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aufgang

Verflucht!

Danke für den Abend im Kino! Ich weiß, dass es für dich anstrengend und mit Ängsten verbunden ist, so oft hin und her zu fahren, bevor nicht alles repariert ist. Daher war ich dir sehr dankbar, daß du heute gekommen bist. Ich fand es sehr nett, neben dir zu sitzen, selbst das Erschrecken hatte einen Kitzel und die Pressetante finde ich immer noch abgefahren!

Es war schön, ab und zu deinen Arm zu streicheln und die Berührung unserer Wangen war geradezu elektrisierend.

Zu kurz, aber gut!

PS: Danke, daß du mich nicht runtergeputzt hast, als ich vergessen hatte, die Beifahrertür zu verschließen.
27.7.05 01:01


On a night like this

Nach einem Hungertal habe ich es endlich geschafft, ich bin über den Berg. Ich habe einen Weg gefunden, mich selbst zu heilen und wieder stark zu sein. Wie stark, davon hast du heute bestimmt eine Ahnung bekommen, als du mich besucht hast.

Und weißt du was? Der Abend war wunderschön. Besser kann ein (eventueller) Abschied gar nicht sein. Wir haben geredet, wir haben gelacht, wir haben Spirenzchen gemacht, Musik gehört (auch wenn du einiges davon schrecklich fandest) und wir waren uns seeeehr nah. Es tat gut, zu merken, daß wir plötzlich so gut miteinander klarkamen, alles deshalb weil wir eye-to-eye waren, auf selber Augenhöhe. Auge um Auge, Zahn um Zahn, Kuss um Kuss.

Yep. Hätte ich einen Wunsch gehabt, ich hätte mir gewünscht, dass der Abend nie zu Ende gehen dürfte. Wie schön war es, plötzlich frei von der Leber weg zu sprechen, auch über sie, ohne jeden Schmerz. Heute abend war ich, was ich immer sein wollte und was mir doch manchmal bei dir so verdammt schwer fiel: Ich war stark, selbstbewußt, sexy, verspielt, habe mit dir und für dich getanzt und gesungen, gelacht und dich geneckt, kurz - ich habe von innen heraus gestrahlt. Den Zauber zwischen dir und mir fühlte ich deutlicher denn je und genoss jede einzelne Sekunde. Mein absoluter Traum ist wahr geworden, schöner kann es zwischen zwei Menschen niemals sein! Erstaunlich. Und das alles, weil keiner mehr vom anderen abhängig ist. Wir treten uns gleichberechtigt und frei gegenüber. Du hattest recht, der Schlüssel zu einem glücklicheren Leben liegt im Loslassen. Zwar war dieser Schritt bei mir mit vielen Ängsten verbunden, doch erst seit ich es endlich geschafft habe, steht mir die große Freiheit mit dir offen. Fast ist es, als würde man sich neu verlieben. Man hat bereits so viele schöne Erfahrungen gesammelt und doch ist es, als bekäme man eine Chance sich wieder objektiv von außen zu sehen, ohne jede Angst.

Ich bin hin und weg, dieser Abend hat mich auf eine wichtige Art und Weise sehr glücklich gemacht.

Ich glaube sogar, daß ich unverwundbar bin. Nichts regt mich mehr auf, nichts ängstigt mich. Das, wovor ich so lange Angst hatte, nehme ich nun als Herausforderung an und freue mich auf alles, was da kommen mag. Ob ich dich wiedersehen werde? Bestimmt. Spätestens in drei Monaten bei einem großen Café Latte. Und ich freue mich darauf. Die Zeit bis dahin vergeht wie im Flug und so oder so werden wir uns viel zu erzählen haben!

Kann ich jetzt auch über glühende Kohlen gehen? Das vielleicht nicht, aber fliegen, das schon! *g*
21.7.05 00:48


Countdown

Und es ist wieder soweit, die letzten Tage brechen an. Noch ein einziges Wochenende und ich bin wieder für sechs Monate fern von dir. Als ich heute vormittag den Blog las, hat es mich ziemlich unerwartet getroffen. Schmerzhaft mußte ich zugeben, dass du in einigem doch recht hattest. Hab dir dann auch geschrieben, dass ich auf demselben Weg bin, dich schon seit einiger Zeit loslasse, deshalb nicht auf dein SMS-Bombardement geantwortet habe und deshalb auch nicht auf die Party gekommen bin.


Mein Hals wird eng und ich habe das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen, weshalb ich dir das schreibe und auch, dass wenn es so weitergeht, ich heute abend endlich tot bin. Die Situation ist so grotesk. Ich leide, weil ich dich liebe und dich nicht aus meinem Leben herausschneiden will/kann und muss doch gleichzeitig seinen Geburtstag feiern, wobei ich mir mein seelisches Chaos nicht ansehen lassen darf. Ich träume mich weit weg, diese Situation überfordert mich total. Um das Ganze noch grotesker zu machen, läuft im Wohnzimmer eine amerikanische Radiocomedysendung und laute Lacher schallen durch die ganze Wohnung.


17 Tage haben wir uns nicht gesehen und ich vermisse dich sehr, darf mir das gleichzeitig aber nicht anmerken lassen, einfach, weil es mir nicht mehr zusteht. Du hast dich in eine andere verliebt und würdest am liebsten einen klaren Schnitt ziehen. Ich weiß, dass hierin alle möglichen Chancen für dich liegen und will dich nicht zurückhalten. Es ist wahrscheinlich besser so, für jeden von uns. Du, der die Chance auf eine normale Liebe hat, sie die einen so tollen Mann gewinnt, eR, dass er mich zurückbekommt und nicht verliert und ich, die vielleicht froh ist, dass es dir gut geht und dass es endlich eine wie auch immer geartete Lösung gab und ich so schnell niemanden mehr verletzen muss.


Dennoch hoffe ich insgeheim, dich möglichst bald wiederzusehen. Während ich in einer SMS noch von einem Treffen irgendwann rede, um mich in Frieden von dir zu verabschieden, nehme ich schon kurze Zeit später allen meinen Mut zusammen und frage dich, ob es dir etwas ausmacht, heute bei mir zu übernachten. Natürlich in getrennten Betten, um den neuen Status zu akzeptieren. Aber es ist mir einfach wichtig, dass du bei mir bist, in meiner Nähe und wir vielleicht nur aneinandergelehnt über einiges reden können. Darüber, dass du nie nur eine Affäre für mich warst, wie alles gekommen ist, dass ich dich nie umbauen und ändern wollte etc.


Die Antwort kommt erst endlose Stunden später und überrascht mich, denn ich war auf totale Ablehnung nach dem Motto: Besser nicht! eingestellt, aber du schreibst mir, daß du sehr gerne kämst. Wow!


Die letzten Stunden der Fahrt sitze ich im Auto und bete lautlos. "Halte das Tempo, ja, fahr noch schneller. Bitte lass uns bald da sein. Bitte keinen Stau, bitte lass es weiter so gut laufen. Bitte, lass mich ihn noch heute sehen. Bitte lass ihn die Jacke nicht mit dabei haben, damit ich ihn später wiedersehen kann." Als die Vollsperrung kommt, sinkt mein Herz in die Hose, doch wir passieren die Umfahrung zügig.


Aufgeregt lasse ich meine Blicke schweifen. He, ist er schon da? Wann kommt er endlich? Wie wird es sein? Reserviert? Kumpelhaft? Ein letztes Aufflackern von Liebe? Dann klingelt das Telefon und du bist dran, um mir abzusagen. Ich reagiere kurz angebunden, da eine Mitstudentin in meinem Zimmer sitzt. Gut dass sie da ist, so hat meine innere Verzweiflung keine Chance an die Oberfläche zu steigen.


Als ich dich später zurückrufe, erklärst du, dass du noch einiges mehr lernen musst und auch deine Unterlagen im Wohnheim hast. Eine Enttäuschung für mich, denn das hast du anscheinend schon länger gewußt. Ich sage dir, dass es mir besser ginge, wenn du gleich die Wahrheit gesagt hättest, anstatt mir Hoffnung zu machen. Den nächsten Stich spüre ich, als du erwähnst, dass du die Jacke mithast. Es wird also nur ein kurzes Treffen geben, vielleicht werde ich deine Wohnung nie mehr sehen? Noch heute vormittag habe ich eine SMS geschrieben, aber nie abgeschickt, in der ich dich frage, ob ich am Wochenende nochmal mit meinem Laptop zu dir kommen darf, ob ich in deiner Nähe Öfi lernen und auf deiner Couch schlafen darf. Es ist die harmloseste Umschreibung für meine übermenschliche Sehnsucht danach, mit dir wenigstens noch dieses eine allerletzte Wochenende zu teilen. In unserm Gespräch nehme ich meinen Mut zusammen und frage dich beiläufig, was du am Wochenende machst. Fröhlich erklärst du mir, dass du nach Hause fahren wirst, um mit einem Freund deine Lichtmaschine zu reparieren. Mein Atem steht still. Das Spiel ist verloren, das Schiff untergegangen. Und die nächste Woche steht die Süße aus dem Nachbarkurs schon vor der Tür, bzw. der Umzugswagen vor der meinen. Seelenrettung steht an und so schiebe ich diese Information in eine der untersten Schubladen, lehne mich mit dem Rücken dagegen und versuche, sie sofort zu verdrängen.


Du hast mir nie zugehört, weder, dass ich kein halbes Jahr hier sein werde, noch, wann ich hier wieder abreisen muss. Du reagierst erstaunt, als du feststellst, dass ich nur noch zwei Wochen hier bin. Verweist nüchtern auf den Oktober. Dass das kein wahrer Trost ist, registrierst du nicht.


Das ist auch ein Stachel dieses Sommers. Während ich bereit war, zu jeder Tages und Nachtzeit zu dir zu kommen, hat dich dies anscheinend nie groß interessiert. Immer war etwas anderes los. Fußball oder Kino oder Referate. Selten machtest du den Eindruck, dass du mich unbedingt sehen wolltest. Vielleicht willst du deine Sehnsucht ja einfach nicht zugeben, aber du wirktest immer verdammt unentschlossen. Und das tat weh. Mach es bei deiner nächsten Freundin anders, gib ihr lieber das Gefühl, dass du das nächste Treffen mit ihr kaum erwarten kannst.


Zum Glück bist du wenigstens gekommen, als ich dich gebraucht oder darum gebeten habe und das rechne ich dir hoch an. Wir hatten schöne Wochenenden und wir haben einen tollen Ausflug gemacht. Klar, im Rückblick würde ich im Mai nicht mehr so oft fahren, aber vergiß nicht, dass ich nicht nur wegen ihm gefahren bin, sondern auch Familie und Freunde dort habe. Und hätte ich die letzte Woche nicht dienstlich fahren müssen, wäre ich auch lieber hier geblieben und auf die Party mit dir gegangen. Aber  auch du bist einige Male nachhause gefahren.


Wir hätten vielleicht unsere Planung verbessern sollen, aber immer, wenn ich vorausplanen wollte, war dir das zu weit oder du hattest keinen Kalender zur Hand. Und ausgerechnet jetzt, ausgerechnet an unserem letzten Wochenende... Klar, die Lichtmaschine, es muss gemacht werden und dein Freund kann nur jetzt, aber... Frag mich, ob ich mitkomme, denn ich traue mich nicht. Aber wahrscheinlich behindert dich das zu sehr. Wo soll ich schlafen, deine Großmutter ist nicht informiert und wahrscheinlich ist es dir sowieso unangenehm jemand deinen Leuten vorzustellen, der sowieso in Kürze wieder 'out' sein wird.


Ich geh jetzt ins Bett und fürchte, dass du all dies hier wieder zu negativ auffasst. Stell dir eine leise, müde Stimme vor und lies es nochmal...


PS.: Wir werden uns Mittwoch sehen, nach deinen Fußballstunden, wenn du also schon ziemlich k.o. bist und vielleicht neben mir einschläfst oder es nicht erwarten kannst, wieder nachhause zu fahren, um ins Bett zu kommen - ein magerer Nachmittag ist alles, was mir bleibt, aber darum auch so unendlich kostbar.

18.7.05 00:39


Rückschlag

Der Tag beginnt mit einer SMS. Wie immer steht mein Herz für einen
Moment still, doch leider ist sie nicht von dir. Doch sie enthält
deinen Namen und stürzt meine Gefühle ins Chaos. N. hat geschrieben.
Sie war auf der Party und du warst auch dort. Wie immer konnte sie sich
nicht beherschen und hat dich angesprochen. Du bist bestimmt sauer auf
mich, weil ich ihr von meinen Sorgen um dich erzählt hab. Ich war zu
dem Zeitpunkt sogar so verzweifelt, dass ich drauf und dran war, so
ganz zufällig Kontakt zu jemandem aus deinem Kurs aufzunehmen, denn es
schien so, als wüßte man dort bescheid. Habs vernünftigerweise nie
getan, nur unvernünftigerweise eine Nummer von Nadine erbeten und das
Problem am Rande gestreift. Sorry. Aber mit der SMS heute morgen war
auch meine Seelenruhe dahin. Wenn schon denn schon, dachte ich und rief
sie an, um unauffällig alles mögliche über die Party zu erfahren. So
nebenbei erfuhr ich auch etwas von dir. Dass du den Eindruck machtest,
als vermissest du jemanden. Und das wirklich. Mehr traute ich mich
nicht über dich zu fragen. Als ich aufgelegt hatte, konnte ich nur noch
an dich denken. Die letzte Party dieses Jahres, vielleicht die letzte
Chance, dich zu sehen und mit dir anzustoßen. Mein Herz blutete. Du
warst da und ich nicht. Als ich dann unter der Dusche stand, konnte ich
mich lange Zeit nicht rühren und kämpfte mit den Tränen.



Als ich mich später auf den Weg machte um ein paar Dinge zu kaufen,
geschah es schon wieder. In der Buchhandlung in der Politikecke wurde
mein Herz schwerer und schwerer und ich wünschte, du wärst in meiner
Nähe, um ebenfalls in den Büchern zu stöbern. Ich glaube, ich werde für
immer in allen Politikabteilungen aller Buchhandlungen an dich denken.
Dieses gemeinsame Interesse war für mich einer jener wichtigen
Bestandteile unserer Beziehung. Das Interesse an bestimmten Themen, an
bestimmter Musik und am Schreiben ist etwas, das ich mit ihm so gar
nicht teilen kann und das mir den Verlust deiner umso schmerzlicher
macht.



Am schlimmsten wird mein Kummer, als ich schon auf dem Rückweg bin und
an einer Drogerie vorbeikomme. Wie ferngesteuert lenken mich meine
Schritte hinein und zu den Herrendüften. Schon nach kurzer Zeit habe
ich gefunden, was ich suche. Ohne zu zögern ergreife ich den Flakon und
sprühe mir etwas auf das rechte Handgelenk. Als ich die Parfümerie
verlasse, blendet mich die Sonne und es kostet mich einige Überwindung,
endlich den Arm an meine Nase zu führen. Als ich es tue, vergesse ich
alles um mich herum. Zum Glück riecht es auf meiner Haut anders, sonst
hätte ich in diesem Moment den Verstand verloren, aber es bist
zweifelsfrei du.





14.7.05 14:40


Zwiespalt

Gerade gestern nacht, als die Sehnsucht nach dir schier unerträglich
wurde, hast du endlich geschrieben. Und was du geschrieben hast. Du
hast gestanden, dass es sein könnte, dass es tatsächlich Liebe war/ist.
Wow. Aber was sollte es sonst gewesen sein?

Ich kann dir nicht antworten. Würde ich dies tun, würde es dich und
mich zu sehr beeinflussen. Ich möchte, dass du genug Zeit für dich
hast, um wirklich herauszufinden, was du willst und empfindest. Sollten
die Gefühle von gestern nacht tatsächlich nur wieder Strohfeuer sein,
werde ich das bis spätestens Ende dieser Woche wissen.  Hast du
mich bis dahin überwunden, so ist das auch gut, zumindest in dem Sinne,
dass du und ich endlich wissen, woran wir sind. Ausserdem fürchte ich
mich davor, dass du mich jetzt, wo du ganz allein bist, vermisst, aber
in dem Moment, wo sie wieder in deiner Nähe ist, schon wieder vergessen
hast. Es mag jetzt höllisch weh tun, aber glaub mir, letztendlich ist
es besser so.

[she]

12.7.05 11:07


Tag 4

Und ich bin immer noch betäubt. Als ich in mein altes Leben eintauchte,
fühlte sich auch dieses mit einem Mal so fremd an. Ich hatte das Gefühl
nirgendwo mehr hin zu gehören. Als eR mir vor meiner Ankunft erzählte,
dass er eventuell bei jemand anderem wäre und erst auf meine Nachfrage
erzählte, dass es eine Kollegin wäre, da waren sie wieder alle da,
meine Dämonen. Wie dunkle unheimliche Tiere kriechen sie näher und
näher. Immer wieder schnappt eines nach mir. Dann denke ich an dich und sie fragen mich:



Na, welche SMS hat er dir geschrieben, an dem Tag, an dem er sich in
die andere verliebte? ("Tut mir leid, dass ich die letzten Tage nicht so
gesprächig war, mir gehts nicht so dolle. Mach dir keinen Kopf! >")

Oder sagte er dir nicht, dass keine andere dir das Wasser reichen
könnte und er nicht wolle, dass jemals etwas zwischen euch komme?

Sie schreiben sich bestimmt jeden Tag süße SMS und seine ICQ-Nr. hat sie bestimmt auch längst.

Hat er sich wegen ihr an dem Abend des Turniers so von dir ferngehalten?

Oder was hat sie, was du nicht hast? (Dieses Monstrum ist immer eines der ersten, die auf der Stelle sterben müssen).



Ich hasse diese schrecklichen Gedanken. Sie sind einfach nur grausam
und führen zu nichts. Ich bin schon traurig genug, weil mich alles und
jedes an dich erinnert. Seien es Autos, wie du eins fährst, die ich
ständig sehe, oder Gedanken an Leuchttürme, Paintball, einfach
alles.Ich wünschte mir nur, du hättest mich nie nach dem Stadtbezirk
und dem Fußballverein gefragt, da beide dadurch für mich 'verbrannt'
sind. Dies ist umso schlimmer, als ich dort mein 'Refugium' habe und
mindestens 10 absolute Fans dieses Vereins kenne, die auch noch ständig
davon sprechen. Und jedes Mal, denke ich an 'sie'. Dabei kenne ich sie
gar nicht.



Ich war so froh, als du auf meine SMS geantwortet hast und wir uns
langsam wieder aneinander rantasteten. Irgendwie tat es gut zu wissen, dass du
noch da warst. Dann habe ich es übertrieben. Ich habe dich zu jener
Sorte Mann gerechnet, die immer etwas am Laufen haben und dich damit
vergrätzt. Aber ich stehe dazu, du scheinst eine magnetische Anziehungskraft auf Frauen
auszuüben. Trotz deiner festen Beziehung war da das Strohfeuer mit M.,
dann kam ich, davor und danach die Flirts via Internet, die fast zu
Besuchen führten, und während du vor kurzem noch froh warst, dass ich
dich liebte, stehst du schon wieder in Flammen. He, mach dir doch keine
Gedanken um ausgehende Haare - jeder Mann wäre froh, solch ein
Womanizer zu sein.



Vielleicht zeigst du jetzt mit dem Zeigefinger auf mich und fragst
mich, was mit mir wäre. Mir wäre es immer noch lieber, hätte ich ihm
treu bleiben können. Und in der Tat, bin ich in jenen ersten Monaten auf dem Campus in
mehr reingerutscht, als mir lieb war. Die Geschichte mit dem backpacker bereue ich bis heute
zutiefst. Es ist das Kreuz, das ich jeden Tag mit mir trage.

An
Gelegenheiten mangelt es bis heute nicht, aber ich habe meine Lektion
gelernt und lasse meine Finger davon. Und die Hoffnung auf einen
Neuanfang, die ich bei dir einst hegte, habe ich mittlerweile auch
fallen gelassen. Es scheint wirklich so zu sein, dass es nur verdammt
wenige konsequente und treue Männer wie ihn gibt.



Ich könnte jetzt so glücklich sein, einfach die Türen hinter mir
schliessen und in meinem alten Leben aufgehen. Aber ich habe mich
verändert. Es passt mir nicht mehr. Ich bin froh, hier zu sein. Ich
fühle mich hier wohl und gut aufgehoben. Ich bin gern bei ihm. Aber ich
empfinde so rein gar nichts, das über das 'Nette' hinausginge. Wir
liegen in unserem Bett, wünschen uns eine gute Nacht und drehen uns
jeder auf seine Seite. Manchmal denke ich, dass er wahrscheinlich auch
kein Begehren mehr empfindet, oder aber er findet keinen Weg es zu
äußern, weil ich so ablehnend bin. Er streicht über mein Haar und es
ist, als würde dies mein Vater tun. Er berührt meinen Nacken, aber wie
anders als du. Ich habe dir nie gesagt, wie du es tun musst. Du hasst
mit deinen unglaublich zarten Berührungen von ganz allein solche
Empfindungen ausgelöst. Hast mich zucken und erbeben lassen. Von all
den anderen Dingen kaum zu schweigen.



Ich lese in meinem Buch folgende Stelle: "Seine Arme zittern. Plötzlich
spürt er, dass ihr Fleisch nachgibt und ihr Muskel sich, köstlich, um
ihn schließt." und ich sehe uns, kann uns fühlen und riechen. Mann, wie
sehr werden mir diese Momente und Berührungen fehlen. Vielleicht für
immer, denn ich weiss nicht, ob mich je jemand wieder so berühren wird,
wie du es konntest. In meinen Phantasien sage ich zu dir: Liebe, wen du
willst, aber höre nie auf mich zu begehren. Aber in der Realität ist es
vollkommen unmöglich, so etwas von dir zu verlangen. Denn dein Körper
wird mit deinem Herz gehen, andernfalls zerbrichst du.



Ich denke an meine anderen Beziehungen, die zerbrachen. Erinnere mich
an die diffuse Trauer, dass man all die Dinge, die man gemeinsam
vorhatte und auf die man sich bereits so sehr gefreut hatte, niemals
mehr tun würde. In unserem Fall sind dies vor allem zwei Dinge: nach
New York zu fliegen und mit dir snowboarden zu gehen. Ich bin trotzig,
will diese Dinge immer noch unbedingt mit dir tun und wenn ich dich
dafür fesseln muss. Vielleicht hilft mir die Zeit. Du und ich werden
vielleicht Freunde bleiben und dennoch gemeinsame 'Abenteuer' bestehen.



Ich denke an meinen Freund B., der vor vielen Jahren Hals über Kopf in
mich verliebt war und den ich damals so enttäuschen musste. Heute hat
er eine Freundin, die er sehr liebt, die ich selbst gern mag und wir
verstehen uns besser denn je. Ich würde sofort mit beiden eine
Weltreise antreten. Vielleicht können wir beide eines Tages ebenso
cool sein und dann wird sowieso alles viel besser, weil ich dich dann
nie wieder 'verlieren' kann.

Und du wirst glücklicher sein, weil du
endlich jemanden hast, den du uneingeschränkt lieben kannst, mit dem du
über die selben Dinge reden kannst, der das Gleiche durchmacht wie du.
Und wer weiß, vielleicht ist sie total schlagfertig, lockt dich aus
deiner Reserve und ist eine Granate im Bett. Du kannst nur gewinnen,
oder?



(Wenn ich jetzt ganz tief in meiner Psyche krame, dann denke ich an
Filme, wie 'eiskalte Leidenschaft' und sehe uns als verbrüdertes
Gespann, die sich von ihren Eroberungen erzählen. Es erregt mich allein
der Gedanke unendlich, wenn ich mir vorstelle, wie du mir davon
erzählst, wie du sie verführst. Wenn du das krank findest, vergiß es
gleich wieder, weil es wirklich allertiefste Tiefenpsychologie ist, die
ich dir nicht erklären kann. Außer, dass ich vielleicht ein 'Zuschauer'
bin.)



Andrerseits, wenn du wirklich du warst in den letzten Monaten, dann
werden auch all deine zukünftigen Frauen eine Riesenportion Geduld
brauchen. Denn du bist 'im wirklichen Leben' (ganz anders als online)
ein echt harter Brocken, seien es deine vielen Launen, dein Geiz Gefühle zu zeigen, deine
vielen Selbstzweifel, überhaupt deine große Ich-Bezogenheit und deine
ständige Weigerung das zu tun, was eine Frau sich gerade von dir
wünscht.  Mach dir nichts draus, ich liebte die Herausforderung,
kenne dich mittlerweile ganz gut und hatte dich trotzdem sehr gern.
Vielleicht aber konntest du mit mir nur nie du selbst sein und bei der
nächsten Frau schmilzt deine Abwehr nur so dahin... Ich bin gespannt,
wie du dich schlägst! ;-*



Was mir im Moment bleibt, ist eine große Fremde, trotz allem Sehnsucht
und ein immerwährendes Schuldgefühl. Ich bin immer noch nicht ich.
Stehe immer noch neben mir und betrachte mein Leben, wie einen Film von
aussen. Große Sehnsucht habe ich nach dir und wenn es nur eine SMS ist.
Sollte es so sein? Darf es so sein? Vielleicht kriege ich das in den
nächsten Tagen noch in den Griff.

11.7.05 15:39


Spielerfrauen


"What we've got here is failure to communicate. Some men you just can't reach, so you get what we had here last week which is the way he wants it. Well, he gets it. And I don't like it any more than you men."


Wieder einmal das Ergebnis Deiner Bestrebungen alles alleine zu regeln und zu planen ohne zu kommunizieren. Und wenn, dann höchstens durch nicht wirklich unauffällige Hinweise in Deinen SMS (z.B. die Sache mit Joe oder der Kombination Alkohol und Fahren). Irgendwie kann ich solche indirekten Aufforderungen gar nicht ab und werde einen Teufel tun, jemals darauf wie gewünscht zu reagieren.Warum sagst Du nicht einfach, was Du willst oder denkst und ich springe.


Und so war es wohl auch was die Turnierfrage angeht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich nur von dem Turnier gesprochen habe ohne das Drumherum zu erwähnen, zumal wir Ausrichter sind und die Party das eigentliche Ereignis ist. Hab ich neulich nicht sogar erwähnt, dass 150 Leute kommen sollen?! Ich glaube schon.


Selbst wenn ich es nicht erwähnt haben sollte, warum fragst Du nicht einfach mal nach, welche Party ich meine, wenn Du, entgegen meiner ursprünglichen Meinung, nicht im Bilde warst, statt Andeutungen zu machen. Und wenn Du wirklich nichts von der Party wusstest, wieso regst Du Dich dann künstlich darüber auf, dass ich als Mitausrichter mit anpacken muss?!? Und vor allem, wieso gibst Du mir die "Schuld", dass ich es tun muss. Das ist unsere "Pflicht" als der Kurs, der sich gerade im Hauptstudium befindet. Soll ich den Rest des Kurses hängen lassen?


Ich wollte eigentlich nur wissen, ob Du Lust hast, nach dem Turnier noch auf die Party zu kommen, damit ich, auch um Ärger oder dumme Sprüche wegen des Buffets zu vermeiden, offiziell für Dich bezahlen kann. Eigentlich entgegenkommend, oder?


Was folgt ist so eine dämlich Diskussion um nichts, Vorwürfe, weil ich spiele und organisiere und nichts um Dein Kommen buhle. Du wolltest doch aus eigenem Antrieb kommen, warum sollte ich dann noch betteln, dass Du kommst? Ist das frauentypisch?


Abschließend noch zwei Punkte:
Erstens: Wenn Du nicht auf das Gelände kommen würdest, würdest Du kein einziges Spiel sehen. Aber an diesem Tag kommen so viele Leute, dass es sicher kein Problem sein wird.
Zweitens: Wenn ich Donnerstag Morgen wach werde, es mir den ganzen Tag, wie die letzten Tage auch, hundeelend geht, ich nur flach atmen kann, weil ich mir ansonsten die Lunge aus dem Leib huste, ist die Teilnahme als Spieler wohl keine Frage dessen mehr wie wichtig mir das Ganze ist. In erster Linie steht dann verständlicherweise der Wunsch gesund zu werden und nicht der Gedanke ans Spiel, höchstens im Zusammenhang wieder zu früh an den Start zu gehen.


Was ist eigentlich Dein Problem?

17.6.05 15:28


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